Ein Beitrag
von Liliane Löb, seit 1974 Hundtrainer und Hundeausbilder
Eine Frage, die sich
viele Hundehalter stellen, die ein Verantwortungs-Bewusstsein gegenüber ihrem
Hund zeigen. Die Haltung eines Hundes sollte eine lebensqualitative Bereicherung
des Menschen sein. Das funktioniert aber nur, wenn der Mensch seinen Vierbeiner
entsprechend erzieht und ihm klare Linien zeigt. Deshalb sind ein sicheres Wesen
des Hundes , wie auch eine artgerechte Erziehung und auch Haltung wichtig.
Wichtiger Fakt für einen zuverlässigen Gehorsam ist -
der Hund muß lernen, sich am Hundehalter zu orientieren. Dies funktioniert aber
nur, wenn der Hundehalter gelernt hat, wie er das seinem Hund vermittelt ohne
dabei grob zu werden.
Vorteile haben bei guter Erziehung der Halter, wie
auch der Hund. Erzogene und gehorsame Hunde genießen wesentlich mehr Freiheiten.
Der Hundehalter wiederum wird in seinen persönlichen Belangen nicht
eingeschränkt. Ein gut erzogener Hund kann überall hin mitgenommen werden ohne
dass immer wieder Unannehmlichkeiten alle Bewegungsfreiheiten einschränken.
Welpenschule
Da der Hund in seiner Welpenzeit am aufnahmefähigsten und
gleichzeitig in der höchsten Lernbereitschaft ist, empfiehlt es sich, mit seinem
Welpen eine Welpenschule zu besuchen.
Eine gute Welpenschule bietet Kompakt-Aufbau-Kurse an.
Diese setzen sich wie folgt zusammen. -
1. kontrollierte
Welpenspielstunde
2.
Welpenfrüherziehung in Einzelstunden
3.
Welpenerziehung in der Gruppe
Zu 1.Warum
Welpenspielstunde und Prägung unter professioneller Aufsicht ?
Weil nur wenige Wochen im Leben eines Welpen entscheidend für die
zukünftigen Verhaltensweisen
seines Lebens sind. Negative Erfahrungen prägen den Hund genauso,
wie Positive.
Deshalb
nutzt der verantwortungsbewusste Hundehalter die kurze Zeit, die bleibt, seinem
Hund mehr
positives,
als negatives erfahren und lernen zu lassen. Nämlich den Welpen unter
professioneller Anleitung an das Leben in der menschlichen Gemeinschaft
heranführen - und ihm dadurch eine Erziehung angedeihen lassen, die ihm eine
Grundlage für ein hundegerechtes und erfülltes Leben schafft.
Der Hundehalter sollte bei der
Auswahl einer Hundeschule darauf achten, dass in einer Spielstunde nicht mehr
als 6-8 Welpen teilnehmen. Vor Massengruppen ab 10-30 Welpen sei gewarnt. Auch
wenn der unerfahrene Hundehalter es vielleicht als Mega -Spaßig für seinen
Welpen erachtet, so ist es doch für einige Welpen mega-Stress- der am Ende den
Welpen mehr verstört als absichert. Dies kann ihm sein Leben lang anhaften.
Ebenfalls sei gewarnt vor
Gruppen, die große und kleine Rassen zusammenführen. Wenn dort in jeder Stunde
ein Labrador einen Yorkshire Terrier beim Toben überrollt, findet dies der
kleine Welpe bestimmt nicht mehr so toll.
Zu 2. Welpenfrüherziehung wird in
Einzelstunden angeboten.
Dabei geht es ins freie Gelände. ( Wald,
Park, Reiterhof, Ententeich ) um einige Beispiele zu nennen.
In diesem Kurs gewöhnt man den Welpen sachlich an Umwelteinflüsse, wie
Begegnung von fremden Personen, Kinder, Skater,Walker, Autos, Fahrräder,
Jogger, Pferde, Ententeich, sowie an Begegnungen mit fremden Hunden.
Grundübungen wie Fussgehen, Sitz, Platz und Komm werden unter Ablenkung gelernt.
Zu 3. Welpenerziehung in der Gruppe
ist von großer Bedeutung, weil die Hunde da auch schon die Erfahrung machen,
dass man statt zu spielen jetzt mal mit den Artgenossen Gehorsamsübungen macht.
Auch diese Übungen finden draußen in Wald
und Flur statt. In diesem Kurs sollte auf das Zurückrufen unter Ablenkung,
großen Wert gelegt werden, da der spätere Junghund während der Pubertät noch
einmal ziemlich an der Rangordnung kratzt und den Hundehalter auf dessen
Konsequenz austestet.
Der Hundehalter sollte bis zur Pubertät des Hundes soweit sein, dass er schnell
eine unerwünschte Verhaltensweise erkennen und gegen wirken kann, ehe sie sich
im Kopf des Hundes festigt und bis zum Problem ausreifen kann.
Sozialisierung
Die Sozialisierung beginnt schon während der
Zeit bei der Mutter. Zumindest ist es so bei einem verantwortungsvollen Züchter.
Wird der Welpe an seine Menschen weitergegeben, die nun für den Welpen das
Hunderudel ersetzen, muss die Sozialisierung weiter ausgebaut werden, sie ist
noch lange nicht gefestigt. Deshalb sind Welpenspielstunden sehr wichtig.
Genauso wichtig ist später, wenn der Welpe zum Junghund herangereift ist,
beispielsweise nach gemeinsamen Übungsstunden, die kontrollierte
Junghunde-Spielstunde. Die Sozialisierung geht also weiter. Was aber nicht
heißen soll, dass der Hund beim Spaziergang ohne Leine einfach zu jedem
Artgenossen laufen soll. Da sollte Gehorsam einsetzen. Leider verstehen es viele
Hundehalter nicht, Sozialisierung und Erziehung zu differenzieren. Der Hund, der
Gehorsam erst einmal bei Hundebegegnungen dem Zurückruf seines Menschen folgt
und dann erst spielen darf, wird aus diesem Grund mit Sicherheit nicht
aggressiv, wie einem manche sogenannten Hundekenner weismachen wollen. ,,In
Freiheit erzogen,, ist alles gut und schön. Aber erst sollte die Erziehung,
sprich Gehorsam erarbeitet werden, dann darf ein Hund mehr Freiheiten haben,
nicht umgekehrt.
Ausbildung
Eine Ausbildung des Hundes
ist eine verfeinerte Fortführung der Basis-Erziehung und unter Umständen sehr
Zeitaufwendig. Zu berücksichtigen ist dabei die Veranlagung des Hundes, wie auch
die Erfahrung des Hundeführers und dessen Geschick, es seinem Hund richtig zu
vermitteln.
Man hört oder liest sehr oft – mein Hund soll nicht zur Maschine erzogen
werden
Oder ,, Mein Hund soll nicht versklavt werden : Gemeint sind damit Hunde, die
auf’s Wort gehorchen und wirklich auf’s Wort. Hundeliebhaber, die davon
überzeugt sind, haben leider keine Ahnung, wie die Lernverknüpfung eines Hundes
vor sich geht.
Beispiel :
Der ungeübte Hundehalter sagt 4 x Sitz und der Hund steht immer noch.
Der Profi sagt 1 x Sitz und ehe das tz überhaupt ausgesprochen wurde, hat das
Hinterteil des Hundes bereits Bodenkontakt.
Wohl dem, der in der Lage
ist, dies seinem Hund zu vermitteln.
Das ist nur einfach eine
Sache des ;; richtigen ;; Trainings. Und wenn man es unter Motivation
erarbeitet, fühlt sich auch mit Sicherheit kein Hund wie eine Maschine. Sich
wie eine Maschine zu fühlen, ist der Hund geistig überhaupt nicht in der Lage.
Da kann man schon von Vermenschlichung des Hundes sprechen.
Problemhunde
Diese Erkenntnis erschreckt
fast jeden Hundehalter, der noch keine Erfahrung mit Hunden hat.
Doch sind es wirklich schwerwiegende Probleme, die man nicht bewältigen könnte ?
Dies in der Lage richtig zu beurteilen, ist ein Trainer oder Trainerin einer
kompetenten Hundeschule. Sehr oft sind vermeintliche schlimme Probleme nicht
ganz so
gravierend, als manch einer denkt. Da ist nur sehr oft in der Erziehung einiges
schlecht gelaufen .Es wurden Fehlverknüpfungen hergestellt. Der Hund reagiert
nicht, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Die meisten ungewollten
Verhaltensweisen sind mit der richtigen Arbeit wieder zu beseitigen.
Natürlich gibt es auch wirkliche Problemhunde. Beißer zum Beispiel. Da kommen
die wenigsten ohne professionelle Unterstützung weiter.
Sporthunde
Vorher sei gesagt, dass egal ob Agility,
Flyball oder Dogdance, die Knochen des Hundes gesund sein sollten.
Agility :
Agility ist eine Freizeitbeschäftigung für sportliche Menschen und Hunde, die
ein bisschen mehr tun wollen, als nur Gassi gehen.
Im Mittelpunkt steht ein Hindernisparcours, den es zu überwinden gilt. Der
Parcours besteht aus Laufsteg, Tunnel, Reifen, Slalom, Weitsprung, einem Tisch
und diversen Sprüngen u.a. Wer es auf Turnieren betreiben möchte, schließt sich
am besten einem Verein an.
Hundehalter, die es nur zum Spaß an der Freude machen möchten, suchen sich eine
gute Hundeschule, in der allerdings darauf geachtet werden sollte, dass die
Hunde nicht überfordert werden.
Zu schwere Hunde wie Neufundländer oder Bernhardiner eignen sich nicht so gut
für diesen Hundesport.
Flyball : Flyball ist eine Hundesportart nur für
Ballbegeisterte Hunde. Der Hund wird über 4 gleich hohe Hürden geschickt. Am
Ende der 4. Hürde steht eine Ballmaschine. Der Hund muß nun einen Tretkontakt
auslösen, der den Ball aus der Maschine schleudert. Der Ball wird vom Hund
aufgefangen und über die 4 Hürden zurück zu seinem Hundehalter apportiert.
Leider wird Flyball sehr wenig angeboten. Wahrscheinlich ist die Nachfrage nicht
sehr groß.
Eigentlich schade, denn die Hunde, die es in der Hundeschule Loeb Active Dog in
Wiesbaden betreiben, haben absoluten Spaß an dieser Aufgabe.