Der berufliche Alltag ist anstrengend, und vielfach steht man im täglichen
Durchsetzungs- und Verhandlungskampf ganz alleine da. Wie wohltuend kann es dann
sein, wenn man beim Heimkommen von vertrauten Tieren begrüßt wird! Im Sinne der
Tiere sollten Berufstätige jedoch mit Tierarten leben, die nicht darunter
leiden, einige Stunden allein zu bleiben. Deshalb fallen Hunde durch dieses
Raster, als Meutetiere wollen sie nicht mehr als wenige Stunden allein
eingesperrt werden. Bei Katzen ist es zumindest problematisch, auch wenn sich
häufig zwei aneinander gewöhnte Tiere ganz gut eine Weile miteinander
beschäftigen können.
Der Zoofachhandel bietet eine Fülle geeigneter Tierarten an, die dem Halter
viel Freude schenken, auch wenn er nur selten daheim sein kann. Da sei zunächst
die Wunderwelt des Aquariums genannt. Auch für Anfänger gibt es Zierfische, die
relativ leicht artgerecht gehalten werden können. Viele Fortgeschrittene
begeistern sich für ein farbenfrohes Meerwasseraquarium. Wenn das Aquarium mit
moderner Technik ausgestattet ist und die Fische artgerecht gehalten werden -
zum Beispiel Schwarmfische im Schwarm - können sie gut allein gelassen werden.
Ganz groß im Kommen sind Terrarien, deren Bewohner faszinierende Einblicke in
eine uns zumeist unbekannte Welt ermöglichen. Wer ahnt schon, wie sensibel
Schildkröten sind, wie sich Bartagamen an ihre Pfleger gewöhnen und wie
vielfältig die Lebensäußerungen von Schlangen sein können. Gerade bei Reptilien
ist die Beratungskompetenz des Zoofachhandels gefragt, denn mit dem Kauf der
Tiere ist es nicht getan. Haltung und Fütterung wollen sorgsam geplant sein.
Ziervögel gelten traditionell als Heimtiere für Menschen, die viel Zeit für
ihre Lieblinge haben und sich ausgiebig mit ihnen beschäftigen können. Dabei muß
berücksichtigt werden, daß beispielsweise Sittiche und Papageien unbedingt die
Gesellschaft ihrer Artgenossen benötigen, damit sie nicht seelisch verkümmern
und Verhaltensstörungen entwickeln. Auch der berufstätige Vogelfreund hat viele
Möglichkeiten, seinem Hobby nachzugehen. Er benötigt eine Flugvoliere mit
zahlreichen Exemplaren der von ihm geschätzten Art. Das können Wellensittiche
sein, viele Finkenarten, Kanarien und zahlreiche andere, die man ihm empfehlen
wird. Der Mensch kann sich als Freund in diese Lebensgemeinschaft einbringen,
braucht aber nicht ständig anwesend zu sein. In einer Voliere leben die Tiere im
Idealfall wie in freier Natur, jedoch ohne ihre natürlichen Feinde und ohne
Nahrungssorgen. Es hängt vom Interesse ab, ob man auch züchten will oder sich
nur an den vorhandenen Vögeln erfreuen möchte. Allerdings benötigen Vogelfreunde
für die Zucht von Sittichen eine behördliche Genehmigung.
Ein Tier wie für Berufstätige geschaffen ist der Hamster! Tagsüber wird
geschlafen, doch abends beginnt für ihn der Tag. Er fängt dann an umherzuwuseln,
frißt und ist für Aufmerksamkeit dankbar. Deshalb sind Hamster weniger für
Kinder geeignet, die natürlich tagsüber mit ihnen spielen möchten, worauf die
Tiere mürrisch reagieren.
Die große Familie der Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Co. sollte in einem
üppig großen und zweckmäßig ausgestatteten Gehege untergebracht werden. Dafür
kann man viel selber basteln, doch ist auch praktisches Zubehör im Zoofachhandel
zu erwerben. Wenn die Tiere in natürlichen Lebensgemeinschaften zusammenleben,
sind sie nicht auf menschliche Anteilnahme angewiesen. Am besten setzt man nur
Tiere der gleichen Art zusammen und nicht beispielsweise Kaninchen und
Meerschweinchen. Es ist faszinierend, das Verhalten der Kleinsäuger zu
beobachten - will man an ihrem Leben aktiv teilhaben, ist Geduld erforderlich,
denn es braucht einige Zeit, bis die Tiere zutraulich werden.
Der Berufstätige braucht also keineswegs ohne Heimtiere zu leben. Allerdings
sollte er auf die nicht artgerechte Einzeltierhaltung verzichten, um nicht
ungewollte Tierquälerei zu betreiben! Quelle:
www.zzf.de